Verbesserung der öffentlichen Sicherheit durch faire und akzeptierte Verkehrslösungen
Geschwindigkeitsüberwachung per Section Control – Verkehrssicherheit auf langen Strecken
Abschnittskontrolle (Section Control)
Section control enforcement - how it works
Die Überwachung per Section Control, oft auch als Durchschnittsgeschwindigkeits- oder Point-to-Point-Überwachung bezeichnet, dient dazu zu messen, wie lange ein Fahrzeug benötigt, um die Strecke zwischen zwei festen Punkten auf einer Straße zurückzulegen. Wie in Abbildung A dargestellt, erfassen Kameras mit automatischer Kennzeichenerkennung (ANPR/ALPR) am Ein- und Ausgang des kontrollierten Abschnitts die Durchfahrtszeit und das Kennzeichen jedes vorbeifahrenden Fahrzeugs. Das System gleicht die beiden Lesungen ab und berechnet die Fahrzeit zwischen den beiden Punkten und somit die Durchschnittsgeschwindigkeit des Fahrzeugs. Dieser Wert wird dann mit dem geltenden Tempolimit verglichen. Im Gegensatz zu herkömmlichen stationären Radarkameras misst das System keine kurzfristigen Geschwindigkeitsspitzen – wie sie etwa beim Überholen auftreten –, sondern konzentriert sich ausschließlich auf die Durchschnittsgeschwindigkeit über den gesamten Abschnitt hinweg. Ein weiterer wichtiger Aspekt des Systems ist, dass alle Fahrspuren innerhalb des überwachten Abschnitts zwingend vom Kamerasystem erfasst werden. Das bedeutet, dass Spurwechsel innerhalb des kontrollierten Abschnitts keinen Einfluss auf die Genauigkeit und Wirksamkeit des Messsystems haben.

Abbildung A: Illustration der Funktionsweise und Einrichtung des Abschnittssteuerungssystems.
Warum Section Control immer verbreiteter wird
Es ist erwiesen, dass Section-Control-Systeme, entweder eigenständig oder in Kombination mit punktueller Geschwindigkeitsüberwachung, die Häufigkeit und Schwere von Unfällen auf Schnellstraßen und Autobahnen effektiv reduzieren, indem sie die Durchschnittsgeschwindigkeit senken, die Geschwindigkeiten der Fahrzeuge vereinheitlichen und Staus verringern.
[Herkömmliche stationäre Radarkameras sind äußerst effektiv bei der Reduzierung gefährlicher Geschwindigkeitsüberschreitungen an bestimmten Standorten... einschließlich Mischgebieten... sowie Straßenabschnitten mit erhöhten Risikofaktoren. Zu diesen Standorten gehören... Schulzonen, Arbeitsstellen, Wohngebiete, Geschäftsviertel, Parks und Korridore mit hohen Unfallzahlen].
- Erhöhte Sicherheit: Die Auswirkungen gefährlichen Fahrens steigen mit zunehmender Geschwindigkeit exponentiell an, was Section-Control-Lösungen besonders effektiv bei der Verbesserung der Sicherheit auf Autobahnen und ähnlichen Straßen macht, auf denen Fahrzeuge über längere Strecken mit höheren Geschwindigkeiten unterwegs sind. Section-Control-Lösungen sorgen für einen gleichmäßigeren und flüssigeren Verkehrsfluss und reduzieren abruptes Bremsen und schnelles Beschleunigen, das durch erhebliche Geschwindigkeitsunterschiede zwischen den Fahrzeugen verursacht wird. Dies führt zu berechenbareren Fahrmustern und sichereren Fahrbedingungen, wodurch das Kollisionsrisiko gesenkt wird.
- Positive Umweltauswirkungen: Bei Fahrzeugen, die längere Strecken zurücklegen, fördern Section-Control-Systeme eine stetige und gleichmäßige Fahrweise, die sich positiv auf die Umwelt auswirkt. Europaweite Studien (Erfahren Sie mehr – Artikel der Sensys Gatso Academy) haben gezeigt, dass Fahrzeuge, die mit gleichmäßiger Geschwindigkeit fahren, unnötiges Bremsen und Beschleunigen reduzieren, was direkt den Kraftstoffverbrauch, die Treibhausgasemissionen und die Lärmbelastung senkt. Diese Effekte sind besonders wertvoll in Gebieten, in denen Autobahnen durch dicht besiedelte Gebiete im Umkreis von Städten führen.
- Akzeptanz in der Öffentlichkeit: Section-Control-Systeme konzentrieren sich auf die Durchschnittsgeschwindigkeit über einen längeren Straßenabschnitt, was von Autofahrern auf Autobahnen und ähnlichen Straßen als angemessen empfunden wird. Erfahrungen aus mehreren Ländern (Erfahren Sie mehr – Artikel der Sensys Gatso Academy) zeigen, dass die Akzeptanz von Section-Control-Systemen hoch ist und Autofahrer ihr Verhalten nach der Implementierung oft freiwillig anpassen. Diese Konsistenz über alle Fahrspuren hinweg verstärkt die Regeltreue zusätzlich...
Die lange Geschichte der Section-Control-Implementierung von Sensys Gatso: Die Systeme auf der Autobahn A2 (Niederlande)
Die Autobahn A2... die Amsterdam und Maastricht verbindet, ist eine der verkehrsreichsten Hauptverkehrsadern der Niederlande, wobei der Abschnitt zwischen Amsterdam und Utrecht täglich etwa 200.000 Fahrzeuge bewältigt. Seit der Eröffnung im Jahr 1954 hat das Verkehrsaufkommen dramatisch zugenommen, was Herausforderungen sowohl für die Verkehrssicherheit als auch für die Einhaltung von Umweltauflagen mit sich bringt. Als Pläne für den Ausbau der A2 von drei auf fünf Fahrspuren gefasst wurden, erforderten strenge Umweltauflagen, dass Lärmpegel und Fahrzeugemissionen unter Kontrolle bleiben. Da Studien darauf hinwiesen, dass das Erreichen dieser Ziele davon abhängt, dass der gesamte Verkehr einheitliche Tempolimits einhält, wurden herkömmliche punktuelle Geschwindigkeitsüberwachungssysteme als unzureichend erachtet, um die Umweltanforderungen zu erfüllen.

Abbildung B: Abschnittssteuerung Sensys Gatso der ersten Generation auf der Autobahn A2 (Niederlande).
Um die Behörden beim Erreichen der Umweltziele des Projekts zu unterstützen, lieferte Sensys Gatso die Lösung durch sein Section-Control-System... das die Durchschnittsgeschwindigkeit über kilometerlange Autobahnabschnitte misst. Nach 10 Jahren ist die Lösung immer noch in Betrieb und hat sich als zuverlässig, nicht-invasiv und effektiv erwiesen, um einen ruhigen, stetigen Verkehrsfluss zu gewährleisten. Bemerkenswerterweise ermöglichte das System sogar die Überwachung eines variablen Tempolimits – 100 km/h am Tag und 130 km/h in der Nacht. Durch die Reduzierung von abruptem Beschleunigen und Abbremsen verbesserte das System nicht nur die Verkehrssicherheit, sondern senkte auch die Abgasemissionen und minimierte den Verkehrslärm...
Abschnittskontrolle (Section Control)
Der folgende Anwenderbericht beschreibt detailliert die Erfahrungen der niederländischen Staatsanwaltschaft in der Zusammenarbeit mit Sensys Gatso für dieses Projekt und die weitreichenden positiven Auswirkungen des Abschnittsleitsystems auf Abgasemissionen, Verkehrslärm, Verkehrssicherheit und einen flüssigeren Verkehrsfluss.
Die neue Generation der Verkehrsüberwachungsplattform für Section Control: FLUX Intrak
Der Einsatz von Section-Control-Systemen auf Autobahnen wird immer komplexer, da das Verkehrsaufkommen und die Anforderungen an die Straßen stetig steigen. Moderne Autobahnprojekte wie EG039, das 2024 von der niederländischen Staatsanwaltschaft ausgeschrieben wurde, bringen einzigartige technische Herausforderungen mit sich, die hochmoderne Lösungen erfordern, um Sicherheit, Effizienz und Compliance zu gewährleisten (Abbildung C).
- Eine der größten Schwierigkeiten liegt in der Bewältigung der enormen Verkehrsdichte mit einem täglichen Aufkommen von bis zu 80.000 Fahrzeugen auf 2 Fahrspuren in den überwachten Abschnitten. Dieser immense Fluss erfordert Systeme, die riesige Datenmengen in Echtzeit verarbeiten können, ohne die Genauigkeit und die Bildqualität der Beweismittel zu beeinträchtigen.
- Um sicherzustellen, dass kein Fahrzeug übersehen oder falsch identifiziert wird, ist eine außergewöhnliche Präzision der Detektionstechnologie erforderlich. Erschwerend kommen die Umweltbedingungen hinzu, unter denen Autobahnen betrieben werden. Section Control muss bei Regen, Nebel, Blendung sowie bei Tageslicht und in der Dämmerung zuverlässig bleiben und unabhängig von äußeren Faktoren konsistente und unanfechtbare Beweise liefern.
- Ein weiterer Faktor ist die Variabilität der Abschnittslängen, die von nur 500 Metern bis zu mehreren Kilometern reichen können. Jeder Einsatz muss sich nahtlos an diese unterschiedlichen Anforderungen anpassen und dennoch eine einheitliche Qualität der Überwachung garantieren.
Abbildung C. FLUX Intrak-System installiert an der Autobahn A7 (Niederlande).
Sensys Gatso begegnete diesen neuen Herausforderungen mit FLUX Intrak, seinem ersten Section-Control-System auf Basis von FLUX.
FLUX wurde entwickelt, um Behörden eine Plattform zu bieten, die sich ihren Bedürfnissen anpasst. Seine hardware-unabhängige Architektur arbeitet nahtlos sowohl mit Altsystemen als auch mit den neuesten Technologien zusammen und gewährleistet so langfristige Kompatibilität und Investitionsschutz.
FLUX macht die großflächige Überwachung einfacher. Die komplexe Datenverarbeitung kann in die Cloud verlagert werden...
Jeder Überwachungsstandort ist anders. Mit seiner modularen Systemarchitektur passt sich FLUX schnell an lokale Anforderungen an – von belebten mehrspurigen Autobahnen bis hin zu städtischen Kreuzungen. Containerisierte Komponenten und standardisierte APIs machen die Integration einfach, während eine ereignisgesteuerte Kommunikation den reibungslosen Betrieb mit bestehenden Back-Office-Systemen sicherstellt.
Unique FLUX Intrak Benefits
Eine der Kernstärken von FLUX Intrak liegt in der Fähigkeit, den Behörden auch unter anspruchsvollen Verkehrsbedingungen konsistent gerichtlich verwertbare, hochauflösende Beweisbilder und eine präzise automatische Kennzeichenerkennung (ANPR) zu liefern. Hochauflösende Industriekameras sorgen in Kombination mit zusätzlichen Infrarot-Blitzeinheiten dafür, dass jedes Fahrzeug unabhängig von Licht- oder Wetterbedingungen klar erfasst wird. Eine optimierte Bildqualität wird durch integrierte Lichtsteuerung, Gammakorrektur und adaptive Blitzleistung erreicht, die zusammen eine stabile Bildgebung mit minimalen Leistungsschwankungen garantieren. Durch die Nutzung länderspeziffischer, mit KI trainierter ANPR-Module ist das System in der Lage, die Genauigkeit bei der Fahrzeugidentifizierung zu gewährleisten, indem es Variationen in Kennzeichenformaten und Schriftzeichen erkennt.

Abbildung D: Bildmaterial, das von FLUX Intrak-Systemen für jedes vorbeifahrende Fahrzeug am Ein- und Ausgang des überwachten Abschnitts geliefert wird.
Das Herzstück des Systems ist die erweiterte Edge-Computing-Funktion, die eine Nachbearbeitung der Radarsignale und die Entscheidungsfindung direkt am Überwachungsstandort ermöglicht. Dieser Ansatz minimiert die Notwendigkeit, große Mengen an Rohdaten an zentrale Back-Offices zu übertragen, was die Effizienz erheblich verbessert und Latenzzeiten in den Überwachungsabläufen reduziert. Durch die Datenanreicherung und Beweisaufbereitung am Straßenrand gewinnen Behörden schneller Erkenntnisse bei gleichzeitiger Wahrung der Datintegrität und -sicherheit. Darüber hinaus ist das System für die mehrspurige Überwachung optimiert und ermöglicht die gleichzeitige Erfassung mehrerer Fahrspuren in dichten Verkehrsumgebungen mit nur einem System...

Abbildung E: Illustration der Datenerfassung am Straßenrand.
FLUX verfügt über eine modulare Architektur, die sich an diese unterschiedlichen Anforderungen anpasst und den Behörden eine flexible und effiziente Lösung für verschiedene Einsatzszenarien bietet. Durch die Nutzung modularer Komponenten können Systeme schnell konfiguriert und mit einer breiten Palette an Kameras, Sensoren und Beleuchtungseinheiten angepasst werden...
Dieser Ansatz liefert nicht nur eine hochgradig anpassungsfähige Überwachungslösung, sondern senkt auch die Betriebskosten bei gleichbleibender Zuverlässigkeit. Flexible Einsatzoptionen – wie Mast- oder Schilderbrücken-basierte Installationen – stellen sicher, dass das System nahtlos in verschiedene Straßeninfrastrukturen integriert werden kann...
Funktionen wie Fernfokussierung, automatisierte Updates und zentralisiertes Flottenmanagement reduzieren den Bedarf an Vor-Ort-Eingriffen, minimieren Wartungstermine und vermeiden unnötige Störungen des Verkehrsflusses.

Abbildung F: Nahaufnahme des FLUX Intrak-Systems, das auf einem Portal der Autobahn A7 (Niederlande) installiert ist.
All-in-One-Lösung mit den Sensoren von PULS und den Backoffice-Management-Lösungen von Xilium

Als All-in-One-Lösung integriert sich FLUX nahtlos in PULS und Xilium für Traffic-as-a-Service (TRaaS) und bietet eine umfassende Plattform für alle straßenseitigen Anwendungen. In Kombination mit der Sensor-Management-Plattform Puls von Sensys Gatso und der Beweisverarbeitungssoftware Xilium wird FLUX Teil eines eng integrierten Ökosystems.
Das Ergebnis: unübertroffene Funktionalität, Stabilität und operative Effizienz über die gesamte Überwachungskette hinweg. Speziell bei der Section-Control-Überwachung ist FLUX Intrak darauf ausgelegt, die Kennzeichen aller vorbeifahrenden Fahrzeuge zu erfassen und zu verarbeiten und sie an den zentralen Abgleichserver in PULS zu übermitteln. Falls die Durchschnittsgeschwindigkeit das gesetzliche Limit überschreitet, werden die zugehörigen Bilder und Daten vom FLUX Intrak System abgerufen, von PULS zu einem Vorfallspaket zusammengestellt und können zur Überprüfung in Xilium importiert werden.